CD-Cover Nibelungen
Bild © Panclassics

Im Sommer 2009 und Frühjahr 2010 spielte das hr-Sinfonieorchester die vollständige Filmmusik für den zweiteiligen Fritz-Lang-Film »Die Nibelungen« ein. Die mehr als 4-stündige historische Originalmusik von Gottfried Huppertz, die in Kooperation mit ZDF/Arte, Deutscher Kinemathek, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und Europäischer Filmphilharmonie auf Grundlage der erhaltenen Materialien rekonstruiert wurde, ist jetzt bei hr-music/Pan Classics als Gesamtaufnahme auf CD erschienen.

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Gottfried Huppertz: Die Nibelungen (Fritz Lang)

Teil 1: Siegfried
Teil 2: Kriemhilds Rache


hr-Sinfonieorchester
Frank Strobel, Dirigent

4 CDs
hr-music/Pan Classics
PC 10345

Gesamtdauer: 270:00

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1924 inszenierte Fritz Lang mit einem bis dahin kam gesehen Aufwand »Die Nibelungen«, bestehend aus den beiden jeweils mehr als zweistündigen Teilen »Siegfried« und »Kriemhilds Rache«. Bereits in seiner Zeit kommerziell äußerst erfolgreich, beeindruckt dieser Klassiker des deutschen Stummfilms noch heute durch seine Kombination von visuellen Effekten und monumentalen Kulissen. Auch in musikalischer Hinsicht sind »Die Nibelungen« ein Schlüsselwerk der internationalen Filmgeschichte. Ihre Premiere erlebte die neue Fassung im April 2010 in der Deutschen Oper Berlin mit dem hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Frank Strobel.

Nach »Metropolis« ist dies das zweite große Fritz-Lang-Projekt von Frank Strobel, der die beiden Werke eng verbunden sieht: »Der eine Film wäre ohne den anderen nicht möglich gewesen… Beide haben ihren Reiz.« Obwohl viele Menschen der Nibelungen-Sage distanziert gegenüberstünden, hätte die Geschichte große Allgemeingültigkeit: »Es geht um Liebe, Rache und Hass, also um etwas, was uns alle bewegt«, so Strobel. Die besondere Mischung des Stoffs von Archaik und Moderne werde nicht nur im Film, sondern auch in der Musik sichtbar. Die Hell-Dunkel-Prinzipien der Bilder, die teilweise wie Gemälde wirkten, seien in der Musik wieder zu finden und ließen ein besonderes Raumgefühl, eine Körperlichkeit spüren.

Gottfried Huppertz war als Komponist bereits früh in die Filmarbeiten einbezogen. Ganz dem Erbe Richard Wagners verpflichtet, stattete er in seiner Filmmusik jede Person und jeden Gegenstand von Bedeutung mit Leitmotiven aus und schuf so eine Art zweiten »Ring des Nibelungen«. Allerdings nahm er musikalisch einen moderneren Blickwinkel ein und reagierte auf die spezifischen Bedingungen des Mediums Film.