Otto Frickhoeffer
Otto Frickhoeffer unterstützte den politischen Kurs der nationalsozialistischen Partei per Rundfunkmusik. Bild © Kurt Bethke

Hans Rosbauds Platz als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters nimmt Ende 1937 der von der nationalsozialistischen Partei aus Berlin entsandte Otto Frickhoeffer ein.  

Weitere Informationen

Streiflicht

Live-Übertragung

Ende der weiteren Informationen
Audiobeitrag
Der Komponist Richard Wagner (Archivfoto von 1877)

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Richard Wagner: »Titurel, der fromme Held« aus »Parsifal«

Ende des Audiobeitrags

Als musikalischer Sonderbeauftragter obliegt es dem linientreuen Komponisten und Dirigenten nach der »Gleichschaltung«, den politischen Kurs per Rundfunkmusik zu unterstützen. Im »Reichssender Frankfurt« müssen nun vor allem die vier großen »B«s herhalten: Beethoven, Bach, Brahms und Bruckner werden vor den Karren gespannt, und auch Richard Wagner darf natürlich nicht fehlen.

»Knochen-Otto«

Bildergalerie
Otto Frickhoeffer

Bildergalerie

zur Bildergalerie Geschichte des hr-Sinfonieorchesters – 1937–1945

Ende der Bildergalerie

Otto Frickhoeffer, der über die Position des Chefdirigenten hinaus zugleich auch Leiter der Musikabteilung am Frankfurter Sender ist, dirigiert während seiner Amtszeit keine Uraufführung – auch nicht von regimenahen Komponisten. Und die Konzerte, die der mit Spitznamen »Knochen-Otto« genannte Sachwalter der Nazis leitet, sind auch keine unbedingten Sternstunden. Für die musikalischen Ereignisse der Kriegsjahre in Frankfurt sorgen viel mehr andere: der junge Hans Müller-Kray etwa, der 1942 als Dirigent verpflichtet wird, und vor allem Carl Schuricht, Wiesbadens Generalmusikdirektor, der als einziger bedeutender Gast immer noch zum Frankfurter Sender kommt, bevor auch er 1944 Deutschland verlassen muss.

Lebenslauf

Frickhoeffer stammte aus der Pfalz und hatte in München und Heidelberg Medizin studiert, bevor er sich in Frankfurt der Musik zuwandte. Ab 1918 lebte er als Gesangslehrer und Komponist in Berlin und war von 1934 bis 1936 als Dirigent beim Berliner Reichsrundfunk tätig. Bereits 1933 hatte sich Frickhoeffer an einem Festival »Das junge Deutschland in der Musik« in Bad Pyrmont beteiligt, das der KfdK, der »Kampfbund für deutsche Kultur«, ausrichtete, und seine politische Gesinnung ließ ihn dann schnell Karriere machen.

Otto Frickhoeffer stirbt 1968 in Bad Schwalbach.