Reinhold Merten dirigiert 1926 bei einer Radio-Liveübetragung.
Reinhold Merten dirigiert 1926 bei einer Radio-Liveübetragung. Bild © hr-Archiv

Als drittältestes Orchester der ARD hat das hr-Sinfonieorchester eine Geschichte und eine Vorgeschichte. Die Geschichte beginnt mit dem Tag, an dem das »Frankfurter Rundfunk-Symphonie-Orchester« gegründet wurde: am 1. Oktober 1929. Die Vorgeschichte führt noch einige Jahre weiter zurück: in die Anfänge des Rundfunks in Frankfurt.

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Nach Inbetriebnahme von »Radio Frankfurt« im April 1924 sammeln sich unter der Leitung Reinhold Mertens, dem späteren zweiten Dirigenten in der Ära von Hans Rosbaud, eine Hand voll Musiker im Studio des Senders im alten Postscheckamt in der Stephanstraße und musizieren für die Zwecke des Rundfunks Ensemblemusik, von der leichten Muse bis zur klassischen Musik, vom improvisierten Zwischenspiel bis zum anspruchsvollen Konzertstück – live übertragen für eine zunehmend schneller wachsende Hörerschaft.

Musikereignisse mit Hindemith und Weill

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Reinhold Merten mit Musikern im Großen Senderaum von Radio Frankfurt, ca. 1926.

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Mit den umfangreicheren Aufgaben vergrößert sich auch das Ensemble: Ab Oktober 1927 hat der Sender ein kleines, fest angestelltes Orchester, und so fallen in die ersten Jahre des Rundfunks in Frankfurt bereits auch die ersten interessanten Musikereignisse, wie die Uraufführung von Paul Hindemiths »Kammermusik Nr. 7«, die 1928 zur Einweihung der Funkorgel von Radio Frankfurt entsteht, oder das »Berliner Requiem« von Kurt Weill, das 1929 im Frankfurter Sender uraufgeführt wird.

Fusion ermöglicht Orchestergründung

Die Gründung des »Frankfurter Rundfunk-Symphonie-Orchesters« im Herbst 1929 ist dann letztlich kurioser Weise ein Produkt der wirtschaftlich instabilen Zeit. Der »Frankfurter Orchesterverein« kann seinen eigenen Klangkörper finanziell nicht weiter unterhalten, per Fusionsvertrag wandern die stellungslos werdenden Musiker zum Rundfunk und die Gründung des hr-Sinfonieorchesters ist perfekt. Radio Frankfurt, damals selbst in einer angespannten finanziellen Lage, leistete sich während der Wirtschaftskrise die Erweiterung seines Orchesters um etwa 30 Musiker. Eine große Neugier auf die Möglichkeiten des neuen Mediums Rundfunk war jenseits aller ökonomischen Probleme der entscheidende Grund dafür.