Streiflichter

Streiflichter

zum Artikel 2002 : Musikalisches Neuland ...

»Scorched« von Mark-Anthony Turnage und John Scofield wurde im Auftrag der »Gesellschaft der Freunde und Förderer des hr-Sinfonieorchesters« geschrieben. An der außergewöhnlichen Komposition für Jazz-Trio, Big Band und Orchester, die als »Work in Progress« entsteht, arbeitet man Anfang 2002 in einer Reihe von »Reading Sessions« gemeinsam in Frankfurt zusammen, bevor das Werk mit dem Komponisten Mark-Anthony Turnage und dem Solisten John Scofield im November aus der Taufe gehoben wird.

zum Artikel Herbst 1991 : Spontanes Open Air in Rio

Vom 5. bis 26. Oktober 1991 befindet sich das hr-Sinfonieorchester (damals noch Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt) mit seinem Chefdirigenten Dmitrij Kitajenko auf seiner ersten Südamerika-Tournee. Die Konzertreise beschert den inzwischen Tournee-erfahrenen Orchestermusikern Eindrücke und Erfahrungen sehr gegensätzlicher Art.

zum Artikel 1987 : Erste Japan-Tournee

Im Herbst 1987 bricht das hr-Sinfonieorchester zu seiner ersten Konzertreise nach Japan auf. Die dreiwöchige Einladung nach Fernost steht im Zusammenhang der internationalen Erfolge des Mahler-Zyklus, den Chefdirigent Eliahu Inbal mit dem damals noch als Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt bekannten hr-Sinfonieorchester 1985/86 realisierte und der als erste digitale Gesamteinspielung aller Mahler-Sinfonien auf CD erschien.

zum Artikel 1985 : Mahler – noch einmal …

»Mahler – noch einmal … und immer wieder, so fügen wir hinzu«, mit diesen Worten begrüßt Heinz Enke, Musikchef des Hessischen Rundfunks, 1985 das Publikum in der Alten Oper zum zweiten Mahler-Zyklus des Orchesters unter Leitung von Eliahu Inbal.

zum Artikel 1971 : Spätes Hörerlebnis

Im Januar 1971 – drei Monate vor seinem Tod – hört Igor Strawinsky das Oratorium »Christus« von Franz Liszt. Das ihm – wie fast allen Musikfreunden – bis dahin unbekannte Werk beeindruckt den greisen Komponisten und regt ihn zu lebhaften Gedankengängen über Liszt an, über dessen musikalische Stärken und Schwächen und das zuvor nicht gekannte Werk.

zum Artikel 1958 : Exotische Instrumente

Junge Komponisten brechen in den 50er und 60er Jahren in musikalisches Neuland auf und stellen ihre Interpreten vor teilweise unlösbar scheinende Probleme. Luigi Nono etwa wünschte sich für seine »Composizione II – ›Diario polacco 1958‹«, die das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks uraufführen sollte, im Vorfeld eine ganze Reihe exotischer Schlaginstrumente, die man nicht besaß und die es auch nirgends zu kaufen gab.

zum Artikel 1955 : Berühmt und berüchtigt

»Noch bevor er für den Beifall nach dem ersten Teil des Programms dankte, stieg Leopold Stokowski vom Podium und ging, ärgerlich auf ihn zeigend, auf einen Hörer in der ersten Reihe zu. Der Unglückliche hatte es gewagt, den Dirigenten zu fotografieren.«

zum Artikel Anfang 1950er : Imaginäres Opernhaus

»Aktivismus« scheint kein ungeeignetes Stichwort für den »Musikbetrieb« im Frankfurter Sender nach dem Zweiten Weltkrieg. Unberührt von aller Vergangenheit springt man in die Bresche für die weitgehend nicht mehr vorhandenen Konzertsäle und Opernhäuser.

zum Artikel 1946 : Erste »Zeitgenössische Musikwoche«

Der Terror des Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs waren kaum zu Ende, da lädt der Vorläufer des Hessischen Rundfunks mit dem hr-Sinfonieorchester vom 7. bis 14. Juli 1946 in Bad Nauheim bereits zu einer ersten »Zeitgenössischen Musikwoche«.

zum Artikel Frühe 1940er : Live-Übertragung

Irgendwann in den frühen 40ern: Der Reichsrundfunk erfüllt den Auftrag, die Welt mit deutscher Musik, d.h. in erster Linie mit Brahms, Bruckner und Beethoven zu beglücken. Sehr spät am Abend, ja praktisch mitten in der Nacht, werden die Musiker des »Frankfurter Rundfunk-Symphonie-Orchesters« in den Sendesaal gerufen, um eine Beethoven-Sinfonie live in die deutschen Kolonien in Südwestafrika zu schicken.

zum Artikel Frühe 1930er : Brahms der Fortschrittliche

Ein Brief Arnold Schönbergs dokumentiert die enge Zusammenarbeit zwischen dem ersten Chefdirigenten des hr-Sinfonieorchesters Hans Rosbaud und dem Hauptrepräsentanten der Zweiten Wiener Schule in den frühen Jahren von Radio Frankfurt. Dem gemeinsamen künstlerischen Engagement im neuen elektronischen Medium ist dabei auch einer der bedeutendsten Aufsätze Schönbergs zu verdanken – über Johannes Brahms.

zum Artikel Mitte der 1920er : Anekdoten für Radio

Mitte der 1920er Jahre: Radio Frankfurt produziert Hindemiths »Anekdoten für Radio«. Der Komponist hat sich mit einer vergleichsweise exotischen Besetzung auf die Bedingungen des neuen, technisch noch beschränkten Mediums eingestellt: Klarinette, Trompete, Violine, Kontrabass und Klavier sind in ihrem Klang so verschieden, dass man sie auch im Rauschen des Lautsprechers deutlich voneinander unterscheiden kann.