DVD-Cover Nibelungen
Bild © Universum

Das monumentale zweiteilige Film-Epos »Die Nibelungen« gehört zu den bedeutendsten deutschen Stummfilmen. Zwei Jahre dauerte allein die Produktion des fünfstündigen opulenten Opus, das in dieser neuen DVD-/Blu-Ray-Edition in einer aufwändig restaurierten Fassung mit der kongenialen originalen Filmmusik von Gottfried Huppertz neu zu erleben ist.

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Fritz Lang: Die Nibelungen

Teil 1:
Siegfried
Deutschland 1923
Spieldauer: 144'

Teil 2:
Kriemhilds Rache
Deutschland 1924
Spieldauer: 125'

Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou
Kamera: Carl Hoffmann / Günter Rittau
Musik: Gottfried Huppertz
Bauten: Otto Hunte / Karl Vollbrecht

Darsteller: Paul Richter / Margarete Schön / Hanna Ralph / Hans Adalbert Schlettow / Rudolf Klein-Rogge / Theodor Loos / Gertrud Arnold / Hans Carl Müller u.a.

Restaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung / Filmarchiv Austria
Projektkoordination: ZDF/ARTE Filmredaktion
Einspielung: hr-Sinfonieorchester / Frank Strobel

Viragierte rekonstruierte Bildfassung

Universum Film GmbH

Gesamtspieldauer: 268 Minuten
2 DVDs / Blu-Ray-Discs

Auszeichnungen: Willy Haas-Preis 2013

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Für die Verfilmung des mittelhoch-deutschen »Nibelungenlieds«, das seit dem 19. Jahrhundert den Rang des deutschen National-Epos genießt, hatte die Ufa acht Millionen Reichsmark bereitgestellt – eine damals horrende Summe. Und Meisterregisseur Fritz Lang inszenierte den Film auch mit einem bis dahin kaum gesehenen Aufwand, ließ in den Filmstudios Babelsberg für beide Teile des Filmes gewaltige Kulissen errichten und alle Szenen gleich mit mehreren Kameras drehen.

Intensiv war seine Zusammenarbeit auch mit dem Komponisten der Filmmusik Gottfried Huppertz, der bereits früh in die Filmarbeiten einbezogen wurde. Ganz dem Erbe Richard Wagners verpflichtet, stattete Huppertz in seiner Musik jede Person und jeden Gegenstand von Bedeutung mit Leitmotiven aus und schuf so eine Art zweiten »Ring des Nibelungen«. Allerdings nahm er musikalisch einen moderneren Blickwinkel ein und reagierte auf die spezifischen Bedingungen des Mediums Film.

Nach der Premiere der »Nibelungen«, für die Fritz Lang den zweiten Teil des Films nochmals kurzfristig umgeschnitten hatte, war das spektakuläre deutsche Monumental-Epos auch im Ausland kommerziell sehr erfolgreich. Die dortigen Verleihfirmen allerdings bearbeiteten es wiederum für ihren Markt, fügten neue Zwischentitel ein, veränderten den Schnitt, kürzten Szenen und nutzten zum Ärger von Lang auch großenteils nicht die Originalmusik Huppertz', sondern Kompilationen aus den Wagner-Opern als Filmbegleitung. Die Folge war eine Vielzahl unterschiedlicher Fassungen.

Vor einigen Jahren begann die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung »Die Nibelungen« zu rekonstruieren und zu restaurieren. Weltweit hat man dabei nach allen verfügbaren Filmmaterialien recherchiert. Parallel dazu fand in Kooperation mit ZDF und ARTE die systematische Aufarbeitung und Neuedition der originalen Filmmusik von Gottfried Huppertz statt. Das Ergebnis ist eine neue Fassung, die der Originalversion des Films näher kommt als alle zuvor existierenden. Die Europäische FilmPhilharmonie mit Frank Strobel und Marco Jovic editierte in diesem Zusammenhang Huppertz' Musik, die vom hr-Sinfonieorchester für die neue restaurierte Fassung eingespielt wurde.

So kann das berühmte Meisterwerk aus der Weimarer Zeit nun erstmals in seiner originalen Konzeption erlebt werden. Die neue Fassung enthält dabei auch eine bisher verschollene Schlussszene, die bei der Durchsicht der Filmmaterialien aus aller Welt wiederaufgefunden wurde.