CD-Cover Salome
Bild © Pentatone

Nach den Tondichtungen »Ein Heldenleben« und »Macbeth« setzen Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester ihre Strauss-CD-Reihe mit einem weiteren epochalen Meisterwerk von Richard Strauss fort: der Oper »Salome« nach Oscar Wilde.

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Richard Strauss: Salome

Emily Magee, Sopran (Salome)
Peter Bronder, Tenor (Herodes)
Michaela Schuster, Mezzosopran (Herodias)
Wolfgang Koch, Bariton (Jochanaan)
Benjamin Bruns, Tenor (Narraboth)
Claude Eichenberger, Alt (Page)

hr-Sinfonieorchester
Andrés Orozco-Estrada, Dirigent

2 CDs
Pentatone
PTC 5186 602

Gesamtdauer: 113:02

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»Was ist es, das du haben möchtest, Salome?«, fragt Herodes seine Tochter, weil sie endlich getanzt hatte für ihn. Salome lächelt, die A-Klarinette trillert im dreifachen Pianissimo. Sie selbst, ganz leise: »Den Kopf des Jochanaan.« In einer Silberschüssel, »zu meiner eigenen Lust«. Um ihn, der sie zurückwies, endlich doch zu küssen.

Es ist der wohl maßloseste und grauenerregendste Wunsch der Operngeschichte, den Richard Strauss da in Töne gesetzt hat. Und diese Töne sind: rauschhaft, obsessiv, ein fiebriger Sog in Richtung Abgrund. Es kommt selten vor, dass das hr-Sinfonieorchester eine Opernpartitur vor sich hat – doch diese »Salome« ist auch Oper in ihrer konzentriertesten Form, so ganz ohne Nebenschauplätze, ohne Bühnenkonventionen, ohne jedes Seitenthema. So ausladend Strauss 1911 seinen »Rosenkavalier« anlegte, so kompakt und atemlos, ja radikal hatte er wenige Jahre zuvor die »Salome« auf die Bühne gebracht.

Richard Strauss hatte sofort das Potenzial von Oscar Wildes Theaterstück erkannt. In seiner lebendigen psychologischen Darstellung einer korrupten Welt ist »Salome« sowohl ein Kind als auch ein Zeuge des beginnenden 20. Jahrhunderts – eine Reflektion einer todgeweihten, spätbürgerlichen Ära, gebannt von ihrer eigenen Verwesung. Die Oper traf den Nerv der Zeit. Strauss goss die Salome-Katastrophe in ein einaktiges Stück, das rund 100 Minuten dauert. Und diese 100 hoch konzentrierten Minuten verlangen die volle und ununterbrochene Aufmerksamkeit des Zuhörers.

Andrés Orozco-Estradas in Wien geschulte Strauss-Kompetenz und ein erstklassiges Sänger-Ensemble mit Emily Magee in der Titelpartie, Peter Bronder als Herodes sowie Michaela Schuster, Wolfgang Koch, Benjamin Bruns und Claude Eichenberger machen diesen Live-Aufnahme zu einem Highlight für alle Opern-Freunde.