Eliahu Inbal
Bild © Jirka Jansch

Eliahu Inbal war nicht weniger als 16 Jahre Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und ist seit 1996 dessen Ehrendirigent. Unter Inbals erfolgreicher künstlerischer Leitung konnte sich das hr-Sinfonieorchester in den 1980er Jahren als eines der international führenden Bruckner- und Mahler-Orchester etablieren.

In Inbals Chefdirigentenzeit (1974–1990) entstanden vielbeachtete Rundfunk- und Schallplattenproduktionen, darunter die preisgekrönten Ersteinspielungen der Urfassungen von Bruckners 3., 4. und 8. Sinfonie (Grand Prix du Disque), die erste digitale CD-Gesamteinspielung aller Mahler-Sinfonien (Deutscher Schallplattenpreis) sowie Aufnahmen der Orchesterwerke von Hector Berlioz, Robert Schumann, Alban Berg, Arnold Schönberg und Anton Webern.

Mit Eliahu Inbal vollzog das hr-Sinfonieorchester 1981 auch den Wechsel vom Sendesaal des Hessischen Rundfunks in die wiederaufgebaute Alte Oper Frankfurt, wo fortan mehr als doppelt so viele Hörerinnen und Hörer die Konzerte des Orchesters verfolgen konnten. Gemeinsam mit Inbal unternahm das hr-Sinfonieorchester aber auch seine ersten großen Tourneen in die Vereinigten Staaten und nach Japan, die das internationale Renommee des Orchesters nachhaltig stärkten.

Eliahu Inbal wurde 1936 in Jerusalem geboren, studierte in seiner Heimatstadt zunächst Violine und Komposition und erhielt auf Empfehlung Leonard Bernsteins später ein Stipendium für seine weitere Ausbildung in der Dirigierklasse des Pariser Konservatoriums bei Louis Fourestier, Olivier Messiaen und Nadia Boulanger sowie für Kurse bei Franco Ferrara und Sergiu Celibidache. Nach dem 1. Preis beim Dirigentenwettbewerb »Guido Cantelli« begann 1963 dann seine internationale Karriere, die ihn zu vielen führenden Orchestern in Europa, den USA und Japan führte. Neben seiner langjährigen Chefdirigenten-Tätigkeit beim hr-Sinfonieorchester war Inbal 1984–1987 zudem musikalischer Leiter des »Teatro La Fenice« in Venedig und dirigierte in der Folge an den Bühnen in Hamburg, Paris, München, Stuttgart, Madrid, Zürich und in Glyndebourne zahlreiche Opern.

1996–2001 hatte Inbal den Chefdirigentenposten beim Orchestra Nazionale della RAI in Turin inne, 2001–2006 war er Chefdirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters (des heutigen Konzerthausorchesters Berlin), 2007–2011 erneut Chefdirigent des Orchesters des »Teatro La Fenice«. 2009–2012 leitete Eliahu Inbal als Chefdirigent die Tschechische Philharmonie Prag und 2008–2014 das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. 1990 ernannte die französische Regierung Eliahu Inbal zum Officier des Arts et des Lettres. Im Jahre 2001 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen in Wien verliehen. 2006 erhielt er die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main und das Bundesverdienstkreuz.

Weitere Informationen

English Version | Rückblick | Ehemalige Chefdirigenten

Ende der weiteren Informationen