Christoph Fassbender
Bild © Ben Knabe

Christoph Fassbender, 1973 in Bonn geboren, studierte an der Musikhochschule Lübeck bei Barbara Westphal und ab 1996 bei Thomas Riebl am Mozarteum Salzburg. Im Anschluss folgte bis 2000 ein Studium an der Musikhochschule Köln bei Matthias Buchholz.

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Geboren in:
Bonn

Im Orchester:
seit 2002

Christoph Fassbender, 1973 in Bonn geboren, studierte an der Musikhochschule Lübeck bei Barbara Westphal und ab 1996 bei Thomas Riebl am Mozarteum Salzburg. Im Anschluss folgte bis 2000 ein Studium an der Musikhochschule Köln bei Matthias Buchholz. Meisterkurse bei Tabea Zimmermann und Siegfried Führlinger rundeten seine Ausbildung ab. In verschiedenen Kammermusikformationen arbeitete Fassbender intensiv mit Walter Levin, dem Hagen-Quartett und dem Wiener Streichsextett zusammen. Regelmäßige Einladungen zum renommierten Kammermusikfestival in Prussia Cove schlossen sich an. Ab 1999 war Christoph Fassbender zunächst Praktikant im WDR-Sinfonieorchester Köln und Solo-Bratschist bei der Deutschen Kammerakademie in Neuss, bevor er 2002 Mitglied der Bratschengruppe im hr-Sinfonieorchester wurde. Seit 2000 war er zugleich wiederholt Gast u.a. bei den Bamberger Sinfonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Camerata Salzburg und dem NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg. Christoph Fassbender ist Kammermusikpartner von Friedemann Eichhorn, Michael Flaksman, Julius Berger und Ramon Jaffe. Neben der Gründung eines Ensembles für Neue Musik mit Jonathan Stockhammer ist er auch an historischer Aufführungspraxis interessiert und wirkte in Emmanuelle Haïms »Le Concert d'Astrée« Paris mit. Heute ist Fassbender Mitglied des historisch informierten Ensembles Fragonard in Paris und seit 2013 zudem künstlerischer Leiter und Gründer der Konzertreihe »EinViertel« in Bonn. 2014–2018 war er darüber hinaus Lehrbeauftragter für Viola an der Musikhochschule Saarbrücken.

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Musikalische Stichworte …


Mein erstes musikalisches Erlebnis:
Muss schon im Bauch meiner Mutter gewesen sein oder es war meine Taufe an Beethovens Taufstein… Nein, Musik gab es bei uns zu Hause schon immer. Zwar sind meine Eltern keine Musiker, (eine gute Nachricht für alle Nicht-Musiker-Eltern, die dennoch in eine musikalische Ausbildung ihrer Kinder investieren), aber Musik gab's entweder von der großen Schallplatten-Sammlung meines Vaters, aus dem gebührenfinanzierten Radio oder sonntags in der Kirche direkt unter der Orgel.
Das ist auch mein erstes musikalisches Erlebnis, an das ich mich erinnern kann. Wenn wir zu Besuch bei meinen Großeltern waren, gab es meistens einen Besuch bei dem Freund meines Vaters am Spieltisch der großen Orgel in der Kirche, während!! der Messe. Dieser enorme Klang, der einen vollkommen durchdringt, liebe ich bis heute. Dieses Gefühl gibt es auch heute noch bei fulminanten Passagen der Sinfonien von Mahler und Bruckner, wo sich meine Haare auf dem Unterarm um Stehplätze drängeln.


Meine prägendste künstlerische Erfahrung:
Die Musikstadt Salzburg und mein Lehrer Professor Thomas Riebl. Die Art, Musik sprechen zu lassen, zu modellieren und dabei die technischen Schwierigkeiten nur als Weg zum Gelingen dessen zu erkennen, hat mir sehr imponiert.

Warum spiele ich mein Instrument:
Ich bin als Mittleres der drei Kinder meiner Eltern aufgewachsen. Da spielt man nicht immer die erste Geige, aber man hat vieles leichter, da der Erste schon viele Freiheiten mühsam erkämpft hat. Das ist bei der Bratsche im übertragenen Sinn auch so. Ohne Mittelstimme ist ein harmonischer Satz nicht komplett. Die größten Komponisten waren Bratscher (Bach, Mozart, Beethoven, Dvořák …)
Ich frage immer, wenn ein Kind Bratsche spielen möchte: Wie ist Dein Charakter, Deine Stellung innerhalb der Familie, was bedeutet Freundschaft für Dich? Dann ist ganz schnell klar, dass ein von allen bewundertes Einzelkind mit eventuell nur einer, sie auch bewundernden jüngeren Freundin, vielleicht Schwierigkeiten haben wird, sich voll auf das Instrument Bratsche zu stürzen. Da steht man nur selten im Mittelpunkt. Das muss man mögen.


Das fasziniert mich an meinem Beruf am meisten:
Jede Woche eine neue Welt. Ich bin jetzt schon seit 2002 beim hr und habe immer noch nicht alles zweimal gespielt.

Besonders gern gespielte Komponisten/Werke:
Privat: Bach, Mozart, Schubert, Schumann, Bernd Alois Zimmermann.
Bei der Arbeit ist Mahler immer wunderbar, egal mit welchem Dirigent. Meine Lieblingskomponisten bleiben jedoch nur mit ein paar wenigen Dirigenten während dieser Zeit auch meine Lieblingskomponisten…


Mein außergewöhnlichstes Erlebnis im Orchester:
Da gab es zwei sehr unterschiedliche Situationen:
Bei einem Gastspiel hat der Dirigent im langsamen Satz der 7. Sinfonie von Beethoven aus Versehen seinen Dirigierstock ins Orchester fallen lassen, hat ihn aber während wir weiterspielten im Orchester gesucht und aufgehoben. Außerdem: der Wahnsinnsapplaus nach unserem ersten Gastspiel in Seoul/Korea mit Mahlers 5. Sinfonie unter Paavo Järvi.

Meine Lieblings-CD:
Die wechseln ständig. Aber einige bleiben immer:
Fritz Wunderlich, Dichterliebe
Hyacinth Jadin, Quatuor Mosaiques
Alle CDs vom wunderbaren Chiaroscuro-Quartet und vom viel zu früh verstorbenem Jazzbassisten Nils-Henning Örsted-Pedersen
Aktuell: Brittens und Korngolds Violinkonzerte mit unserem Orchester und Vilde Frang.

Besondere Nebeninstrumente:
Eigentlich ist die Bratsche mir genug, das sehen aber manche Komponisten anders. Also muss ich manchmal auch auf Trillerpfeife, Zymbal, Mundharmonika und der Trommel spielen. Sehr zur Freude meiner Tochter…

Leidenschaften jenseits des Orchesters:
Meine Familie, alte Streichinstrumente und Bögen, die Kunst des italienischen Espresso, eine eigene Konzertreihe in Bonn, schöne alte Mercedes-PKW und der BVB aus Dortmund.

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