Alain Altinoglu
Bild © Marco Borggreve

Er hat als Souffleur angefangen und ist heute Musikchef der Brüsseler »La Monnaie«. Seine Liebe zum Klavier und eine junge Frau brachten ihn zur Oper – und als Dirigent an alle großen Opernhäusern der Welt.

Alain Altinoglu ist ein waschechter Pariser – mit armenischer Abstammung. Geboren wurde er 1975, später ausgebildet am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris.

»Wegweiser« - eine junge Frau

»Im Alter von 15 Jahren traf ich ein Mädchen, die ebenfalls Pianistin war«, sagt er in einem Gespräch mit onlinemerker.com. »Sie war bereits 18 und sie erzählte, dass sie zur Aufnahmeprüfung ans Pariser Konservatorium eingeladen wurde.« Er wurde eifersüchtig, weil er dachte, sie studiere Klavier. Aber sie studierte Gesang. Weil er bisher mit dem Singen recht wenig anfangen konnte, sang sie ihm eine Arie aus »Carmen« vor.

Das war das erste Mal, dass er eine klassische Stimme hörte. Und aus der jungen Sängerin wurde später seine Frau: Nora Gubisch. Altinoglu war so begeistert, dass er anfing Korrepetition zu studieren. Bereits mit 18 Jahren begleitete er die Gesangsklassen des Pariser Konservatoriums am Klavier. So lernte er die Welt der Oper kennen.

Einmal quer durchs Opernhaus

Danach nahm er Jobs an der Pariser Opéra Bastille an: Er arbeitete als Korrepetitor, als Souffleur oder war für die Übertitelung der Opern zuständig. »Für mich war es eine großartige Chance, all diese verschiedenen Positionen einzunehmen, so sieht man das Opernhaus aus Blickwinkeln, die man als Dirigent nicht hat«, sagte er in einem Interview mit concerti.de.

Den Tipp, sich in einem Opernhaus erst einmal richtig umzuschauen, gibt er heute seinen Studenten weiter. Seit 2014 leitet er die Dirigierklasse am Pariser Konservatorium.

Internationale Karriere

Heute ist Altinoglu ein weltweit gefragter Operndirigent. Er hat mit renommierten Orchestern der Welt gearbeitet, wie etwa mit dem Boston Symphony, dem London Symphony Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Symphonieorchester Wien, dem Tonhalle Orchester Zürich oder den führenden Pariser Orchester.

Er ist als Gast an allen großen Opernhäusernzu erleben: der Metropolitan Opera New York, Royal Opera House Covent Garden, an den Opernhäusern in Wien, Zürich, Berlin, München und den drei Pariser Opernstandorten. Zudem wird er zu den Festspielen in Bayreuth, Salzburg, Orange und Aix-en-Provence eingeladen.

Sein Stammhaus ist seit 2016 das Brüsseler Opernhaus »La Monnaie«, wo er die Position des Generalmusikdirektors inne hat. Und darauf hat er sich seitdem mehr und mehr konzentriert - auch aus einem familiären Grund. Das ist der kleine Sohn, den er – wenn es zu Proben für eine Operinszenierung an einem anderen Haus geht – nicht monatelang alleine lassen will.

Sprung ins kalte Wasser

An sein Debüt an der Met 2005 erinnert sich Altinoglu sehr gut: Er sollte Bizets »Carmen« dirigieren. »Ich hatte die Oper zuvor noch nie dirigiert und ich hatte auch keine Probe mit dem Orchester«, sagt er im Interview mit concerti.de. »Das ist, wie wenn man ins Wasser fällt: Entweder du schwimmst oder du sinkst.« Altinoglu ist geschwommen – und das mit großem Erfolg.

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